Hygieneförderprogramm

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Jun 182015
 

Seit dem 01.08.2013 ist bundesweit ein Hygiene-Förderprogramm wirksam und unterstützt die Krankenhäuser dabei, notwendiges Hygienepersonal einzustellen sowie Ärzte und Pflegekräfte auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene weiterzubilden. Die Weiterbildungen können beantragt werden und müssen spätestens 2016 beginnen.

Das Hygiene-Förderprogramm ist grundsätzlich bis 2020 angelegt und entlastet die Krankenhäuser bis dahin um insgesamt rd. 160 Mio. Euro. Die Weiterbildung von Fachärzten für Hygiene und Umweltmedizin wird mit weiteren rd. 20 Mio. Euro gefördert.

Neben der Förderung der Neueinstellung trägt die Förderung externer Beratungsleistungen und der Fort- und Weiterbildung von Hygienefachpersonal der Situation Rechnung, dass der nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bis 2016 zu realisierende zusätzliche Bedarf an Hygienefachpersonal derzeit am Arbeitsmarkt nur begrenzt zur Verfügung steht. Durch die Qualifizierung entsprechenden Fachpersonals wird daher ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der mit dem IfSG verbindlich gemachten Hygienestandards geleistet. Dies kommt nicht nur den Krankenhäusern, sondern insbesondere auch den Patientinnen und Patienten zugute, da die Voraussetzungen zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen deutlich verbessert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.bmg.bund.de/EckpunktezurKrankenhausfinanzierung22.03.2013.de

 

Leben und Sterben in Würde und Selbstbestimmung

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Jun 112015
 

Aktuelle Fragen zu Sterbebegleitung, Sterbehilfe, (assistierter) Suizid und Tötung auf Verlan­gen wurden auf dem Akademietag der Caritas-Akademie Köln-Hohenlind (10.06.2015) in Kooperation mit den Diözesan-Caritasverbänden NRW diskutiert. Renommierte Referenten zu dem Thema waren geladen. Die Begrüßung übernahm Prof. Dr. Rochus Allert, der Geschäftsführer Akade­mie, der auf Anlass und Sinnhaftigkeit dieses Dialoges angesichts der geplanten gesetzlichen Regelung hinwies. Anschließend folgte ein Grußwort vom Kardinal Rainer Maria Woelki, Erz­bischof von Köln, der besonders die Notwendigkeit einer verbesserten Sterbebegleitung am Ende des Lebens betonte.

Die erste Referentin, Dr. Ursula Wetzels, sprach über die 12-jährige Erfahrung in Belgien zu dem Gesetz, das jedem Patient Anrecht auf Palliativpflege gewährt. Ein weiteres Gesetz erklärt Sterbehilfe unter festgelegten, strengen Bedingungen als straffrei. Grundbedingung ist, dass der Patient sein physisches oder psychisches Leiden als unerträglich ansieht. Ärztliches Per­sonal ist allerdings nicht verpflichtet, Sterbehilfe zu leisten. Frau Dr. Wetzels arbeitet seit vielen Jahren auf der Palliativstation St. Joseph, Moresnet (Belgien).

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Montgomery, stellte die Position der Bundesärztekammer zu dem Thema dar: Hilfe zum Leben. Vor Schaffung eines potentiellen Gesetzes, welches den assistierten Suizid erlaubt, sind Pro und Contra-Diskussionen unab­dingbar. Den Ärzten in Deutschland ist aktuell die Beihilfe zum Suizid untersagt. Strafgesetzlich hat es zwar keine Konsequenzen, das Berufsrecht steht dem jedoch entgegen. Ein Arzt ver­pflichtet sich zu heilen und Hilfe zum Leben zu geben. Aufgabe des Arztes ist es nicht, Beihilfe zur vorzeitigen Beendigung des Lebens zu leisten. Am Lebensende sollen deshalb Schmerztherapien, Palliativmedizin und Hospize im Mittelpunkt stehen.

Vielen Menschen ist nicht klar, dass es ein breites Spektrum von Möglichkeiten gibt, die schwerstkranke und sterbende Patienten nutzen können, betont ebenfalls Prof. Dr. Lukas Rad­bruch, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Zwar fragen auch Pati­enten auf einer Palliativstation manchmal nach Beihilfe zum Suizid oder Tötung auf Verlangen, häufig ist dies jedoch ein Kommunikationswunsch, manchmal ein verzweifelter Hilfeschrei. Insofern muss den Patienten ganzheitliche Begleitung und bestmögliche palliativmedizinische Versorgung und nicht Tötung auf Verlangen angeboten werden.

Wird die Suizidbeihilfe als sozial akzeptierte Möglichkeit anerkannt, verändert sich die Ent­scheidungssituation für alle Beteiligten, so die These von Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff. Als Katholischer Moraltheologe der Universität Freiburg und Mitglied des Deutschen Ethikrates sprach er insbesondere die ethisch-moraltheologischen Aspekte an. Warum sollte eine legale Möglichkeit zur Sterbehilfe nur in Extremfällen gewählt werden? Sie empfiehlt sich dann auch im Normalfall als Abkürzung eines langen, mühsamen und kostspieligen Weges. Sterbende würden dabei jedoch der Möglichkeit beraubt, den Sterbeprozess natürlich und in Würde bestehen zu können.

Den Abschluss des Akademietages stellte die Diskussionsrunde, zwischen Referenten und Teilnehmern, moderiert von Dr. Frank Johannes Hensel, Diözesancaritasdirektor der Erzdiö­zese Köln. Diese wurde ausgieblig genutzt und setze sich anschließend bei einem Umtrunk in kleiner Runde fort.

Caritas-Akademie Köln-Hohenlind in Kooperation mit den Diözesan-Caritasverbänden NRW